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Mein Lesestoff

ilja trojanow
der wletensammler

Sonntag, 23. September 2007

Sonntag


Es ist warm draußen, als ob Sommer wäre und die Sonne scheint vom blauen
Himmel. Naja, es ist ja auch Sommer. Spätsommer. Die Blätter einiger Bäume,
vornehmlich der Linden  haben sich
bereits gelb gefärbt. Es liegt auch schon Laub auf den Straßen. Es raschelt,
wenn der Wind drüberfährt und knistert unter den Sohlen, wenn man hindurch geht.
Die meisten Leute sind auch dementsprechend angezogen und haben die Mäntel
Regenjacken der letzten Woche daheim an der Garderobe gelassen.

Ein Tag, um sonnenbebrillt im Straßencafe zu sitzen und Leute zu gucken.
Irgendwer ist immer unterwegs. Touristen, Zugereiste, Leute, die bummeln gehen,
Familien auf Sonntagsausflug, Eisessen mit Oma, die Freundin vorführen.
Türkische Mädchen im Ghetto-Schlampen Outfit oder in H&M-Klamotten,
dazu  auffällige Kopftücher mit
Schmuckkettchen verziert. Türkische Jungs in Picaldi-Chic; weite Jeans am Bund
und an den Knöcheln eng, teure Laufschuhe an den Füßen und schräg aufgesetzte
Baseballcaps auf dem Kopf. Es gibt deutsch Jungs die versuchen die türkischen
und arabischen Trendsetter aus dem Wedding oder aus Kreuzberg 36 nachzumachen.
Es gibt aber auch andere, die anders nicht besser aussehen. Ihre Hosen hängen
auf halbmast; um nicht zu sagen unter dem Arsch. Angesichts dessen überkommt
mich nicht selten das Bedürfnis, sie an Bund und Gürtel zu packen und ordentlich
hochzuziehen.

Leider ziehen sich deutsche Männer oft nicht wirklich besser an. Einige
sehen aus, wie kleine Jungs, die noch von Mutti angezogen werden. Da sitzt alles
schief und krumm, die Hose höher gezogen als es gesund sein kann, und man sieht
den Sachen an, daß sie im Sonderangebot waren. Und zwar bei den einschlägig
bekannten deutschen Kaufhäusern oder im Versandhandel oder beim Supermarkt
draußen auf der grünen Wiese. Ihre (deutschen) Frauen stehen ihnen da kaum nach.
Hauptsache unauffällig, blasse Farben, hauptsache praktisch. Als Mutter, als
Ehefrau, als Sachbearbeiterin im öffentlichen Dienst oder Angestellte im Büro
ihres Mannes. Moderne gebildete türkische Mütter aus der zweiten bis dritten
Generation der hier Eingewanderten sind da anders. Nicht so langweilig und
fade.

Und ganz und gar nicht so langweilig und Fade sind die Damen aus dem
Osten. Nein, nicht die aus dem deutschen Osten. Die aus dem wirklich nahen
Osten. Russische Frauen. Aus welchen Ländern der ehemaligen Sowjetunion auch
immer sie kommen mögen. Die machen keine halben Sachen und sie sind gut darin.
Die sind oft sehr gut angezogen. Und teuer. Aber sie können es tragen und
nicht nur anziehen, und genau da sieht man den Unterschied zwischen
anziehen und tragen. Die trauen sich das. Klar haben die auch
Kinder, viel früher als die deutschen Frauen in der Regel übrigens, und sicher
arbeitet die ein oder andere auch als Angestellte irgendwo, aber das ist für sie
kein Grund, sich in graue Mäuschen aus dem ewigen Hafen der Ehe zu verwandeln,
so nach dem Motto: endlich angekommen, einrichten, nichts verändern, hier
bleiben, verharren und hier sterben. Für die Damen aus dem nahen Osten hat das
Leben mit dem Verheiratet sein nicht aufgehört. Ehefrau und Frau und Mutter und
Frau schließen einander keineswegs aus. Sie tragen trotzdem Röcke, die z.T. sehr
kurz sind und Schmuck, der zeigt, was man hat und zwar ohne wie ein
überladener Weihnachtsbaum daherzukommen. Und Sonnenbrillen und roten
Lippenstift und manikürte Nägel. Ihre Männer -aus welchen Ländern der ehemaligen
Sowjetunion auch immer sie kommen mögen- sehen allerdings auch nicht so aus, als
wenn sie im Bioladen einkaufen würden und mit den Kindern zur
Allergiesprechstunde zum Arzt gingen. Das sind Leute, die ihre Waschmaschine
selten benutzen, weil sie eh alles zur Reinigung bringen. Reinigung. Nicht
Waschsalon. Zum Verhältnis zwischen Männern und Frauen aus diesen Sphären habe
ich mal folgenden Satz gehört: Russische Männer glauben, das Essen käme aus dem
Kühlschrank und russische Frauen glauben, das Geld käme vom Nachttisch.
Nastrovje. Dementsprechend gibt sie es aus, auch wenn sie selbst nicht schlecht
verdient, und er fände es als Mann erniedrigend, wenn sie es nicht täte;
abgesehen davon schätzt er es, wenn sie toll aussieht; was nicht heißt, daß er
keine Augen für andere hätte...  Das
ganze nennt man eine win-win-Situation. Buisiness eben, wie so vieles im nahen
Osten.

Im Bus und in der S-Bahn sieht man dann Leute, die aus ihrem Garten in
Kladow oder Buckow zurück in ihre Wohnung nach Tempelhof oder Mariendorf fahren.
Leute zwischen ende vierzig und mitte sechzig. Sie haben Äpfel, Birnen oder
Pflaumen in Körben und Tüten dabei, haben leicht glasige Augen vom Umtrunk mit
der Nachbarschaft. Es ist Sonntag Abend und sie haben wie in den letzten
fünfundzwanzig Jahren das Wochenende in Garten und Laube verbracht. Das alte
Westberlin wie es leibt und lebt; als wäre nichts geschehen, keine Wende, keine
New Economy, kein nichts. Frauen mit Pudelfrisur und Männer, die auch dick genug
für die Frührente sind. Geranien in Ordnung halten, Biertrinken am Wannsee. Als
würden Harald Juhnke und Günther Pfitzmann sie noch immer frisch unterhalten.
Praxis Bülowbogen forever.

Diese Leute, haben gelebt, um zu arbeiten, doch dann hat ihnen ihr
Arbeitgeber, zumeist der öffentliche Dienst im Laufe der Jahre mehr und mehr
bezahlte Freizeit gegeben, und sie haben immer noch so weiter gegessen und
getrunken, als müssten sie jeden Tag zwölf Stunden ins Bergwerk.

Diese Neuen deutschen Familien, die ihre Kinder Jonathan und Leonie
nennen und die sie immer mit „bitte“ auffordern würden, den Yorkshire nicht mehr
zu würgen, Familien, in denen die Mütter nie mehr Schuhe mit richtigen Absätzen
(alles unter drei Zentimeter zählt nicht) tragen, und in denen die Hemden der
Väter fast immer zerknittert sind: die arbeiten um zu sparen, damit sie sich
irgendwann ein „Häuschen im Grünen“ kaufen können. Und einen neuen Kombi, oder
besser: Family-Van und Nachhilfestunden für den verweichlichten Nachwuchs, wenn
die aus der Waldorfschule in eine „richtige“ Schule gehen.

Die Türken wurschteln sich so durch – die meisten zumindest. Die, die
gute Jobs haben, die Anwältinnen und Immobilenmakler geworden sind unterstützen
ihre Eltern und Geschwister und arbeiten für eine sichere Rente und eine
schöne Eigentumsaltbauwohnung in Charlottenburg.

Und
die Russen? Die Arbeiten, um Karriere zu machen, für Geld zum ausgeben, anlegen
und leben, um das Leben verdammt noch mal zu
genießen!

Erste Gehversuche...


Lieber leser und liebe Leserin natürlich auch -  ich hoffe, es gibt da
wen...
Hallo?? Jemand da? Bitte melde dich. Sonst schreib ich hier doch
einfach rein in Raum und Zeit und nichts schallt heraus.
Ja, also ich bin
neu hier; Anfänger, sehr sogar. Ich hoffe, es funktioniert alles so, wie ich es verstanden habe, denn sonst verstehe ich das gar nicht weiter; und das ist nicht gut. Mein Verständnis für digitale Welten ist eng umrissen, geradezu fest eingegürtelt.
Ich denke, ich werde hier über die Dinge schreiben, die herauswollen, nicht zwingend in die Öffentlichkeit, sonst könnte ich gleich meinen Namen hierhin schreiben, sondern Dinge, die raus wollen, raus müsssen aus
meinem Kopf. Denn der scheint mir manchmal regelrecht zu bersten. Mein Hirn treibt mich noch in den Wahnsinn und ich muß damit irgendwie fertig werden. Ok, sag jetzt nicht einer "such dir einen Arzt!" - hab ich schon. Aber der ist nicht immer da, ist schließlich nicht Mutti und der weiß auch nicht alles und auch nicht immer weiter, ist schließlich nicht wikipedia.
Trotz aller Anonymitat möchte ich doch ein, zwei Worte zu meiner Person bzw. Persönlichkeit sagen. Also eingentlich bin ich ganz nett. Harmlos. Außer wenns um Mücken geht, da werde ich auch schon mal zum Mörder. Ansonsten grüße ich meine Nachbarn, plausche mit der
Frau in der Backwarenabteilung, ich gieße meine Pflanzen regelmäßig und helfe auch mal Menschen mit Kinderwagen selbigen die Treppe von der U-Bahn herauf zu tragen. Außerdem lasse ichLeute in der Regel ausreden, auch wenns der reinste
Dünnschiss ist und ich sage (hoffentlich wirklich) immer "Bitte" und "Danke".
Das ist die eine langweilige Seite an mir. Das lässt dengeradezu zwingenden Rückschluß zu, es gäbe noch eine andere langweilige Seite. Und ja (kann ich bitte etwas Spannungsmusik haben??), die gibt es!  Naja, so wirklich langweilig im Sinne einer glatten Fassade ist sie nicht, es ist eher ne ziemlich
unangenehme Angelegenheit. Denn manchmal, in den letzten Wochen nicht nur zu
oft, sondern anhaltend macht mein Kopf Dinge mit mir, die nicht schön sind und
in die wirklich tiefen Tiefen und Untiefen des menschlichen (zumindest meinen)
Gemütszustand führen.  Sag jetzt nicht wieder dieser einer "da gibt es
Pillen gegen??" Ja, ich weiß, es gibt Pillen gegen Depri-phasen. Und leider muß
ich sagen, die bekomme ich auch. Normalerweise bekommt man die Dinger nicht
einfach so verschrieben, wenn man mal eben zu seinem Hausarzt geht und dem
erzählt, man sei ein wenig niedergeschlagen. Man muß schon ein Dauerverhältnis
zu seinem Doc haben und wirklich schwer einen an der Waffel und wenn der einem
nach Monaten nicht-medikamentöser Behandlung (die wirklich sehr geholfen hat!)
doch pharmazeutische Erzeugnisse zur Begleitung nahe legt, dann macht es das
auch erstmal nicht leichter. Denn eine Lösung ist das alles in der Regel nicht
wirklich, aber für eine Zeit lang kann es Teil auf dem Weg dahin sein. 
Ich habe also einen mittelschweren Dachschaden. Aber ich tue auch was
dagegen. Es hilft oft auch, aufzuschreiben und lesen zu lassen, was das Hirn auf
Hochtouren hält. Gedanken zu haben, die scheinbar unvermittelt und grundlos
gleichsam Besitz vom Bewusstsein ergreifen ist ein harter Zustand. Ich will das
nicht. Ich will nicht, daß es das tut. Es lähmt mich, es macht mich traurig und
sehr schwermütig, es macht mich selbstmörderisch und es macht, daß ich mich
nicht mehr fühle, wie ein Mensch sich fühlen sollte, nämlich menschlich. Es
treibt einem jedes Wesen (geistig wie körperlich) aus.  Dummerweise hängt
es auch nicht von einem selber ab, da herauszukriechen; obwohl ich es versuche,
doch das Vermögen dazu ist nicht groß.
Ich werde in diesen Meinblog Dinge
schreiben, die mir den Tag über passiert sind (auch wenn das wenig ist und
unspektakulär dazu), Dinge, die mir dazu durch den Kopf gehen und vielleicht
auch mal ganz witzig sein können (man sagt mir Humor nach....). Ich werde
vielleicht auch Dinge zu bestimmten Themen, im weitesten Sinne philosophischer
Art schreiben, aber ich werde auch schreiben, wie es ist, wenn jede Sekunde in
mir alles zu implodieren scheint, wieder und wieder, wenn ich am liebsten aus
dem Fenster springen würde (was ich nicht tun werde, da ich nicht hoch genug
wohne und außerdem Höhenangst habe).
Hoffentlich liest dies nicht nur wer
(denn ein gewisses Mitteilungsbedürfnis meinerseits kann ich nicht leugnen),
sondern hoffentlich schreibt auch jemand ein paar Worte dazu. 
So, dann
wünsche ich noch einen schönen Sonntag. Bis dann.

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Zuletzt aktualisiert: 8. Mai, 22:33

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