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ilja trojanow
der wletensammler

Samstag, 8. Dezember 2007

das leben der anderen 2

Du hast eben überraschend angerufen. Bist sehr erkältet, hattest Anfang der Woche kaum Stimme, du hustest wirklich heftig und aus den tiefen der Lunge. Nett geredet über das wetter, weihnachtsmarkt in Nürberg, Besichtingungausflug der Praktikanten nach Leipzig kommendes Wochenende, darüber, daß du deinen Vertrag nicht verlängerst. Dann kam da ein typ vorbei, habs werder klingeln noch klopfen gehört, hat der einen Schlüssel? Du hast gesagt, du mußt Schluß machen und rufst später an. Nächste Woche oder so. Ob ich dich morgen anrufen kann? Du meintest, klar, wenn du nicht beschäftigt bist. Hab gefragt, ob der Typ trotz deiner Erkrankung auf Bestellung zu Vögeln vorbei kommt und du meinstst, zur Pflege. Aha, so nennt man das jetzt. Du sagtest, der kocht Tee und so. Würd ich gern für dich tun. Und du wüsstest nicht, wie lange der bleibt. Wie groß ist das Zimmer, das du hast? Das Bett allein nimmt schon vierzig Prozent davon ein. Was soll man da groß machen mit wem?
Ich vermisse dich immernoch jeden Morgen und auch wenn ich sonst aufwache. Dich neben mir. Meine Nase an deinem Rücken oder so, deine blasse, weiche, warme, wohlriechde Haut. Ich frag mich, ob du mit mir das gleiche Programm abgezogen hast, wie mit deinen Männern. Nein, sagst du, aber ich glaube nicht, daß du anders kannst; schließlich machst du das, seit du auch nur den Ansatz von Titten hast. Ich war neu, ein neues Spielzeug, das war toll, doch nach den Feiertagen hast du mich in die Ecke gestellt und erwartest nun, daß ich ohne mich zu beschweren brav verstaube. Ich habe nichts zu bieten, weshalb du dich noch mit mir beschäftigen solletest, so wie T., der dir Geld und Reisen und Status und die Fassade eines bürgerlichen Lebens bieten kann. Und du wirst sicher heiraten, bevor du dreissig bist, für eine Russin bist du überfällig. Du wirst bis dahin deinen Arsch an den meistbietenden Verkaufen. Von den meisten Männern, die es dir besorgen weil du es brauchst und denen die du auch deswegen, aber vor allem wegen materieller Zuwendung fickst, sprichst du geringschätzig, aber du hast immer Zeit und Aufmerkamkeit und Zuneigung und dein schönstes und lieblichstes Lächeln für sie und deinen Körper und was du so damit angestellt haben wills. Das alles nicht für mich. Vorenthalten.
Habegestern meiner Psychaterin dein Bild gezeigt. Sie hat als erstes nochmal nach deinem Alter gefragt. „28“. „Sie wissen, daß sie viel älter aussieht?“ „Ja, bei manchen Dingen... ihr Gesichtsausdruck...“ Und in Gedanken hab ich noch hinzugefügt: Als ob sie schon viel erlebt hätte im Leben. Was sie auch hat. Frau Dr. „Sie weiß genau, was sie will.“ „..und wie sie es bekommt.“ „Sie ist eine schöne Frau und sie hat Charisma.“ Ich: „und sie weiß es einzusetzen.“ Und in Gedanken: und damit zu manipulieren. Böses Wort. „Im Vergleich zu ihr sind sie (sie meint mich) ein Kind. Mit ihrer Offenheit und Ehrlichkeit haben sie sich ihr ausgeliefert.“ „ Das (mit dem Kind) wußte ich von Anfang an.“ Und in Gedanken: „Sie wusste es auch, sie hat mein Wesen sofort erkannt, was auch die Kommunkation einfacher machte, das und daß sie sehr anpassungsfähig ist. Sie hat mich vergleichsweise behutsam behandelt. Denke ich. Und sie sagte, wenn sie geahnt hätte, daß das alles in so was schweres für mich ausartet, dann hätte sie es schon alles im Ansatzt beendet. Frau Dr.: „Sie hat narzistische Züge. Pause Sie kann sehr kalt sein.“ „Sterbenskalt.“ Dann sagte Frau Dr. noch, daß für dich dieses turbulente Männerkarussel, daß dich in deinem Leben fast alles um deine Verhältnisse dreht, das ist, was dir Balance verschafft. Typisch für narzistische Persönlichkeitsstörung. Du machst immer weiter, hüpfst von A nach B nach C und so weiter und immer wieder, ohne innezuhalten, nachzudenken, warum, und ob und wie du in einem normalen Leben auch Ruhe finden könntest. Ich frage mich, wie man nicht mal innehalten und reflektieren kann, zumal, wenn man genug Grips dafür hat, was bei dir der Fall ist. Angst vor dem Abgrund in dir? Sicher, auch wenn du wirklich nichts bereust; um bereuhen oder gesellschaftliche Moralvorstellungen geht es auch nicht. Vielleicht nur darum, daß du dich nur länger einlassen willst, wenn es wirklich eine Geschäftsbeziehung bleiben wird und du deine Emotionen, falls du auch welche für mehr als ein paar wenige Wochen, fürs Bett hast definitiv raushalten kanns. Die hast du eh outgesourced. Du machst immer so weiter, heiratest einen wohlhabenden Typen, den du nicht respektierst, der dich aber fortfahren lässt wie bisher oder du triffst endlich einen, der die sagt, daß es so nicht geht, einen der das Alpha von euch ist, dem du unterliegts. Du spielst und hast die Option zu verlieren exekutiert. Die zu gewinnen damit auch.
Ich mache mir Gedanke über dich und dein Leben, versuche, Erklärugen zu finden, vielleicht um zu verstehen. Ich weiß, daß ich dich nicht ändern kann, ich will nur mehr von dir haben. Nicht mehr nur „ferner liefen“, denn einst war ich in den Top3 deiner Aufmerksamkeit und liebevollen Zuwendung. Wie du mich angesehen hast.... ich glaube schon, daß das echt war. Zumindest in jenem Augenblick. Oder ist das nur eine deiner Masken, die du auch vor dir selbst vorspielst und es glaubst nach all den Jahren, ein halbes Leben? Ich vermisse dich sehr und ich weiß wie wunderbar du sein kannst. Ich wünchte, ich wüsste es nicht. Du bist ein Versprechen, mehr als es sich die Phantasie ausmalen kann, und du löst mehr als das ein und dann ist alles zeplatzt wie ein Luftballon, eine Seifenblase und die Reste, die Pfützen bleiben zurück und du beschenkst wen anderen. Ich denke, ich hoffe berechtigt, daß die Männer da weniger sensibel reagieren. Ich würde dir das alles gern sagen, doch am Telefon ist das doof. Es kann ja einer zu Besuch kommen, verabredet sein, T. anrufen oder ein anderer um einen Fick klar zu machen oder mit dem du ein anderes Unternehmen (Spazieren gehen, Kultur) teilst. Du wirst auch gegen Neujahr nur kurz in Berlin sein, und da bist du schon ausgebucht. Deine Distaz zu mir kam relativ plötzlich. Du wars sehr Leidenschaftlich mit mir. Küssen in der U-Bahn und als wir auf den Zug gewartet haben, an der Station gleich bei dir am Haus; oder im Museum, das ziemlich voll war, da Ausstellungseröffnung, oder beim Englischkurs im Fahrstuhl. Um es mal so zu sagen: So scharf warts du auf mich. Und dann, Anfang Oktober: Sicherheitsabtand. „Ich brauche Sex mit Männern. Oft die Woche. Ich habe sonst Schmerzen.“ Und mich wolltest du trotzdem nicht mehr. Dazu sozusagen. Wohl keine Zeit mehr für mich übrig. Zeit, die du dir vorher in sehr großen Maßen genommen hattest. Stundenlang bei dir auf dem Sofa knutschen, von Mittags bis spät abends, dann nachts zu mir heim. Du hattest eine Nachhilfeschülerin eine Hausnummer weiter über den Hof, von wo ich wohne, bevor du zu ihr gingst manchmal, aber immer nachdem wars du dann bei mir. Zweimal die Woche. Dann noch, wo wir und auch abgesehen davon verabredet haben. Du fehlst. Nicht mal mehr ein Telefongespräch nach ganzen langen zehn Tagen Funkstille kriegst du mit mir zu Ende, wegen deiner „Prioritäten“. Ich würd so gern sagen, daß ich dich lieb hat, obwohl du es nicht wissen und haben willst und ich will es auch nicht haben und halte mich zurück, zu sagen. Ich bin leider noch ganz schrecklich verliebt in dich. Es ist kalt ohne dich. Sehr und auf eine unvergleichliche Art. Nur mit dir, da weiß ich, daß du von einem Moment auf den anderen einen Anruf bekommen kannst und weg bist du.
Als ich dir gesagt habe, daß ich dich „schrecklich gern“ hab, fandest du die Formilierung putzig, aber -war das das Signal zum Aufbruch für dich?
Ich wünschte, ich wäre nicht zusätzlich zu alle dem so allein und hätte wen, zum teilen banaler Dinge; Kinderfernsehen beim Aufwachen am Wochendene oder so. Ich bin nicht mehr gern allein (im Gegenteil) und ich bin auch nicht mehr gut darin.

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Zuletzt aktualisiert: 8. Mai, 22:33

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