gestern war ich wieder zurück zu alten zeiten, vor J. Ich hätte fast wegen nichts angefangen zu flennen. Ich war allerdings nicht so unruhig, wie ich es noch letzes wochendene und die tage danach war. meine alte grunnervosität. die hat sich erst ausgeschaltet, als ich mit J war. danach kam diese obermiese phase wegen ihr, die ich immernoch nicht los bin. und wo gehts hin? in den alten desolaten zustand, den ich damals schon nicht mehr ertragen konnte. ich will mir keine gedanken machen müssen, wie es weitergeht mitt januar, wenn das praktikum hier fertig ist. meine mutter sagt immer "wird schon", ja nur mit einfach hände in den schoß legen wird nichts und das checkt sie nicht. ich möchte gern wieder die innere ruhe haben, die ich mit J hatte. einfach nur diese. ein gutes, euphorisches gefühl nicht, das ist zuviel für mich, soviel fröhlichkeit widerspricht meinen wesen und naturell. außerdem folgt auf das gute das schlechte; der betrag mit anderen vorzeichen - ich verzichte. gar nichts mehr fühlen, sich keine gedanke darüber und über anderes machen zu müssen (abschieben, den kopf abschalten kann ich nicht), kein bedürfnis mehr, zu verstehen, das wäre schön. es gibt vieles auf der welt, das ich nicht verstehe (und noch mehr von dessen existenz ich nichts weiß) und das ich nicht verstehen muß. und das mach mir auch nichts aus. nur wenn etwas davon dann in mein leben tritt, dann muß ich irgendwie damit ungehen. ich kann es nicht einfach stehen lassen und mich nicht damit auseinandersetzen. es ist so, wie wenn man wem sagt: "ich sage dir jetzt nicht, daß XY", der andere kann dann nicht mehr sagen, daß er XY nicht weiß. die information ist in sein leben getreten und man muß die doch irgendwo einordnen, wo es nicht piekt? man kann doch, was man nicht versteht, was sich aber trotzdem ins hirn und gemüt drängt, wie auch alles ansonsten ungeordnete nicht einfach in den keller, auf den dachboden stellen, in kisten schmeißen und die tür hinter sich zumachen. wenn etwas in meinem kopf nicht an seinem platz ist, dann ist das bisweilen unerträglich, und wenn mein gemüt dem noch hinterhersteht, dann ist unerträglich definitiv. auch für meine umwelt muß ich gehstehen, der an dieser stelle schwer gedankt ist.
oft genug möchte ich, daß das alles endlich mal aufhört. soviel input - streß, den ich mir allergrößtenteils selbst mache durch grübeln. J sagt auch "das ist das leben und das leben geht weiter". ich kann aber nicht einfach ne baustelle aufreißen und dann weiterziehen. schlaglöcher, verunstaltungen und konsorten sammeln sich doch an.
wasnun - 17. Dez, 13:24
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J. möchte spätestens mit 30, also in knapp zwei jahren verheiratet sein und das ist echt spät für Russen, Ukrainer, wie auch immer. Verheiratet mit einem Typen der einen guten Job hat und angesehen ist und der ihr einen gewissen Lebensstandart bietet: große Wohnung, BMW, Reisen, Shopping mindestens P&C. und ein Kind will sie auch, aber erst ein Jahr nach der Festeinstellung, denn dann gibts Mutterschutz. Sie will zwar auch eine guten Job, der was einbringt und auch Spaß macht, aber sie will nicht für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Auch jetzt geht sie nicht mehr mit Typen ins Bett, die ihr nichts bieten können. Früher, am anfang ihrer Studiums hat sie das gemacht, aus spaß und weil sie es eben braucht. Aber nun, sagt sie, hat sie sich gesteigert - warum sollte sie mit einem Mann schlafen, der ihr nicht mal ein Gucci-täschchen kaufen kann? Oder ne reise nach irgendwo. oder was weiß ich.
J., wenn du das nicht erreichts, so einen langfristig an dich zu binden innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre, glaubst du, daß du dann einsam oder allein sein wirst, treu sein würdest du einem potentiellen oder tatsächlichen ehemann sowieso nicht, du bist und wirst immer auf der jagt sein. Du willst dich ja nicht totarbeiten, hast du gesagt, so ein lebensstandart und dann noch genug zeit für frisör, shopping und maniküre - du bist überzeugt, daß du das durch eigene arbeit nie erreichen wirst und daher einen sponsor brauchst, so für die "wesentlichen Standards". Du setzt dich damit sehr unter Druck. und deine Gefühle? einen heiraten, v.a. weil er geld hat, dann noch weil er gut im bett ist und vielleicht auch noch, weil man sich auch mal annähernd mit ihm unterhalten kann? in der Reihenfolge der Prioritäten. Ist das dein Glück? Willst du dahin? Erfüllt dich das?
Wars du schon mal verliebt, so ganz voller Demut? Ich wünsche es niemandem wirklich. das lebendige herz, schlagend dargelegt - kalt abgeschreckt und liegengelassen; zurückgelassen und aus den sinnen gestrichen.
J sagte, wenn man was gutes hat, dann will man mehr davon, und wenn man einmal bei P&C einkaufen war, dann geht man nie mehr zu H&M, sondern steigert sich dann entsprechend. ich verstehe das nicht. Sie sagt, die Qualiät sei ein deulicher unterschied. ok, daß die bei H&M grenzwertig ist, weiß ich auch, aber ich verstehe dieses "mehr wollen" nicht. ist es zu viel, es als gier zu klassifizieren? wie kann jemand so hungrig, so unbescheiden sein? und das letztendlich auf eigene Kosten - nicht auf die eigenen monetären Kosten, sondern alle anderen. J sieht so ein verhalten nicht als verkauf ihrer würde, selbständigkeit und des stolzes- im gegenteil. warum auch immer. russische frauen sind nicht dadurch emanzipiert, in dem sie versuchen als individuen im team der jungs genauso mitzuspielen, sondern in dem sie die männer ausnutzen - und auch genauso ausgenutzt werden. geschäftsbeziehung. nehmen und geben nennt sie das. das ist es, in der tat, aber in wie fern kann man noch stolz auf seiner eigene hände arbeit sein? sich selbst im spiegel betrachten und sich selbst sehen?
Ich für meinen Teil wäre zufrieden mit einem job in einem netten arbeitsumfeld, der siebenhundert netto einbringt. das ist etwas mehr als jetzt und ich war nie knapp bei kasse, konnte sogar noch was zurücklegen. Ich mag mir nichts teures kaufen; diesen winter ne jacke, die ich sicherlich gebraucht habe, für temperaturen zwischen 10 und -10 grad so ca. die hat 35 euro gekostet. das ist reichlich und ich habe ein bischen ein schlechtes gewissen soviel ausgegeben zu haben. selbst wenn ich im lotto gewonne hätte, würde ich mich dahingehend nicht ändern. J sagt, ich würde ganz sicher. Das kann ich mir nicht vorstellen. zumal ich nie was kaufe, weil er mir gefällt (was ohnehin nie vorkommt), sondern weil ich es brauche. ich hoffe, daß es nicht schneit dieses Jahr, da ich keine winterschuhe habe und ich habe keine lust welche zu kaufen. ich hasse den prozeß suchen-probieren-kaufen... und dann auch noch geld ausgeben für etwas, das man kaum braucht, nur ein paar tage oder wochen im jahr.
wasnun - 17. Dez, 12:42